Lohnendes Land für Investitionen

Aserbaidschan zählt zu den Top-3 Ölexporteuren im postsowjetischen Eurasien und trägt somit maßgeblich dazu bei, den weltweiten Energiebedarf abzudecken. Die Ölreserven belaufen sich nach internationalen Schätzungen auf 7 bis 13 Milliarden Barrel. Darüber hinaus verfügt Aserbaidschan über beachtliche Gasressourcen.

Der Doing Business Report der Weltbank, der seit 2003 die Investitionsbedingungen in 183 Ländern überprüft, listet Aserbaidschan in den letzten Jahren unter den Ländern mit der besten Entwicklung auf. Im Ranking 2011 wird Aserbaidschan auf Rang 54 geführt. Besonders überzeugt Aserbaidschan in den Kategorien Kreditvergabe, Registrierung von Eigentum und Geschäftsgründung. Was nicht zuletzt auch auf die Einrichtung eines kosten- und zeitreduzierenden „One-Stop-Shop“-Verfahrens zurückzuführen ist. In der Kategorie Investitionsschutz liegt man mit Platz 20 deutlich vor vergleichbaren Ländern der Region. Zu den Positiva zählen hier insbesondere das Gesetz zum Schutz von Minderheitsbeteiligungen und das Wirtschaftsgericht in Baku. Optimierungsbedarf wird seitens der Weltbank für den grenzüberschreitenden Handel, Baugenehmigungen und das Steuersystem diagnostiziert.

Deutschland wichtiger Handelspartner

Deutschland war nach Russland und der Türkei 2010 der drittwichtigste Lieferant. Die deutschen Exporte nach Aserbaidschan nahmen 2010 um über 70 % zu und beliefen sich auf rund 736 Mill. Euro. Sehr ausgeprägt ist der Bedarf an Maschinen, Kraftwagen, Zulieferteilen, Elektrotechnik und chemischen Erzeugnissen. Mit einer Verachtfachung der Ausfuhren weist der Bereich Eisen und Stahl die mit Abstand größte Nachfrage auf.

Insgesamt vergrößerte sich der Außenhandelsumsatz beider Länder um 25 % auf 2,03 Milliarden Euro. Dazu beigetragen hat auch der deutsche Import, der 2011 um 9,1 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gewachsen ist.

Ausländische Investoren sehr gefragt

Modernisierung der verarbeitende Industrie, Erweiterung der Kapazitäten für die Energieerzeugung und -verteilung, Aufbau einer modernen Transportinfrastruktur und einer leistungsfähigen Dienstleistungswirtschaft: Es gibt viele Felder, in denen Investitionen aus dem Ausland lohnend sind. Auch im Hinblick auf die notwendige Diversifizierung der Wirtschaft. Denn Aserbaidschan ist als westlich orientiertes Land bestrebt, eine wettbewerbsfähige Industrie außerhalb der Öl- und Gaswirtschaft aufzubauen. Dabei ist man auf Wissenstransfers in den verschiedensten Bereichen angewiesen, u.a. Petrochemie, Chemie/Pharmazie, Maschinenbau, Baustoff-, Textil-, Bekleidungs-, Kfz- und Lebensmittelindustrie. Zugleich bieten die stark wachsenden Bereiche der Telekommunikation und Infrastruktur sowie die nötige Privatisierung der Großindustrie viele Geschäftspotenziale für deutsche Unternehmen, auch in Form von R&D Partnerschaften.

Günstiges Geschäftsklima

Die Aussichten für 2012 sind stabil. Die Währungsreserven ermöglichen weitreichende Investitionen sowie eine deutliche Erhöhung staatlicher Sozialleistungen und Gehälter. Der IWF geht daher von einem soliden BIP-Wachstum für die nächsten Jahre aus. Von aserbaidschanischer Seite her rechnet man insbesondere mit Zuwächsen im Nicht-Öl-Sektor. Ein weiteres Plus: Aserbaidschan beabsichtigt, der Welthandelsorganisation beizutreten.

Insgesamt gesehen bietet Aserbaidschan der deutschen Wirtschaft überdurchschnittlich gute Handels- und Investitionsmöglichkeiten. Zumal die Nachfrage nach Importgütern kontinuierlich steigt und Investitionsprojekte in Kooperation mit der Azerbaijan Investment Company (AIC) interessante Perspektiven eröffnen. Zusätzliche Unterstützung kommt für Investoren auch von der Bundesrepublik in Form des deutsch-aserbaidschanischen Investitionsschutz- und Doppelbesteuerungsabkommen.