Wenig fahren, viel sehen

In der Umgebung von Baku befinden sich einige der interessantesten Sehenswürdigkeiten des Landes. 

Steinzeit-Künstler 

Die erste Stelle nehmen wohl die rund 6000 Felszeichnungen von Gobustan ein. Entstanden vor Jahrtausenden, die ältesten vor rund 10.000 Jahren zählen sie seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Zeichnungen der noch zur Steinzeit zählenden Bewohner stellen u a. Menschen, Tiere sowie Jagdszenen dar und sind in insgesamt 20 Höhlen zu sehen. 

Tipp für Gobustan

Fachkundige Führungen auf Englisch bietet das Gobustan-Museum vor Ort, in dem man auch mehr über die Steinzeitbewohner erfährt und eine Ausstellung zu Werkzeugen, Keramiken und Waffen besuchen kann. 

  • Felszeichnung UNESCO-Weltkulturerbe
  • Felszeichnung UNESCO-Weltkulturerbe

Naturwunder mit Blasen 

Eine weitere Attraktion in der Gegend von Gobustan sind die sogenannten Schlammvulkane. Entgegen der Namensgebung handelt es sich bei den Strömen und grauen Blasen nicht um Vulkanismus. Vielmehr wird Gas im Untergrund zusammengepresst und dringt dann mit Wasser und Gestein nach oben. Der Schlamm selbst ist sehr mineralhaltig und von heilender Wirkung. Das ausgestoßene Gas ist wegen seiner Methan-Konzentration leicht entzündlich. Daher kann es, wenn auch absolut selten, vorkommen, dass ein Schlammvulkan bis zu mehrere hundert Meter hohe Flammen ausstößt.

Tipp für Schlammvulkane 

Auf das Wetter achten, bevor man zu den Schlammvulkanen aufbricht. Die Wege sind ausschließlich bei gutem Wetter nutzbar. 

  • Schlammvulkan in Aserbaidschan

Meer, Feuer und die Kaspische Robbe 

Die Halbinsel Asberon lohnt gleich aus mehreren Gründen. Man kann an einem der Strände, vor allem im Norden, herrlich entspannen und darüber hinaus einige eindrucksvolle Entdeckungen machen. 

An der Quelle des Feuer 

Der Feuertempel Atesgah zählt zu den beliebtesten Attraktionen von Asberon. Von den Zinnen des Gebäudes aus stiegen früher gleich Gasbrennern Flammen auf. Auch heute lässt sich das Spektakel noch bewundern. Allerdings werden die niemals erlöschenden Feuer nicht mehr durch ihre natürliche Quelle, sondern über eine reguläre Gasleitung entfacht. Die Geschichte des Tempels ist nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird, dass er in seiner ursprünglichen Form der persischen Glaubensgemeinschaft der Zoroastrier zur Anbetung des Gottes des Lichts diente.

Tipp für Feuertempel 

Für alle, die auf Asberon nur kurz bleiben möchten: der Feuertempel ist von Baku aus auch in relativ kurzer Zeit mit dem Bus erreichbar. 

Vielfalt auf kleinem Raum 

Im Südosten Asberons liegt der kleinste aserbaidschanische Nationalpark. Hier lassen sich nicht nur verschiedene Vogelarten beobachten, sondern auch die Kaspische Robbe, die einzige Robbenart außerhalb der Ozeane, die in Salzwasser lebt. Sie ist vor allem auf einer vorgelagerten Sandinsel zu finden, auf der auch Seeschwalben und Möwen brüten.

Tipp für Asberon Nationalpark 

Öffentliche Verkehrsmittel fahren den Park nicht an. Man benötigt ein Auto. 

Bären und Wölfen auf der Spur

Rund 100 km sind es von Baku – keine Strecke für Naturfreunde, die ein Stück typischer aserbaidschanischer Landschaft erleben möchten. Besonders schön ist es im Nationalpark Altiagac zwischen März und Juni, wenn Orchideen, Gladiolen und andere Blumen blühen. Reizvolle Routen u.a. durch Eichenwälder sowie Bären, Füchse, Wölfe und Rotwild, die per Fernglas beobachtbar sind, verlocken viele Naturfreunde auch zu einem längeren Aufenthalt. Zumal im günstigen Eintrittspreis ein lokaler Führer, Leihkompass und Fernrohr inklusive sind und auch Möglichkeiten zur Übernachtung direkt im Park angeboten werden.

Genauerer Blick auf die Sonne

Ca. 20 km von der Kleinstadt Samaxi befindet sich Piruqlu. Das Waldgebiet lädt nicht nur zu schönen Wanderungen ein, hier kann man auch dem Kosmos näher kommen. Auf 1.500 Meter Höhe, in einem Naturschutzgebiet, thront das Pirqulu-Observatorium, in dem man Astronomen, die sich der Beobachtung der Sonne widmen, bei der Arbeit zuschauen kann. Mehrere Hotels und Restaurants sind in direkter Nähe. Auch einem längeren Aufenthalt steht so nichts im Wege. 

Tipp für Piruqlu-Observatorium 

Auf der Website des Observatoriums sind in Englisch zusätzliche Informationen erhältlich: www.shao.az