Aufregende Natur, entspannte Atmosphäre

Der Süden Aserbaidschans ist für Naturfreunde wie geschaffen. Es locken mehrere faszinierende Nationalparks, Landschaften verschiedenster Ausprägung und Ausflüge in das Talis-Gebirge. 

Zwei Areale mit vielen Arten 

Etwas über 100 Kilometer südlich von Baku liegt der sich bis zur Küste erstreckende, 65.000 Hektar große Sirvan-Nationalpark. In der von Steppen, Halbwüste und Binnengewässern geprägten Landschaft lassen sich eine Vielzahl von Tieren beobachten. Neben der Kropfgazelle, Europas einziger echter Gazellenart, u.a. Fledermäuse, Schakale, Wildschweine und Wölfe, darüber hinaus in den Uferregionen Pelikane, Flamingos, Reiher, Bussarde und die Kaspische Robbe. Bevor es zum südlicher gelegenen, noch größeren Naturschutzgebiet Qizilagac weitergeht, empfehlen sich als interessante Zwischenstopps das Städtchen Salyan für einen ruhigen Bummel und Neftçala, der südlichste Ort der Ölförderung in Aserbaidschan. Auf dem Weg dorthin passiert man übrigens auch die in wichtigste Störzuchtanlage des Landes in Xilli. Das Naturschutzgebiet Qizilagac umfasst 88.000 Hektar in einer Flachwasserzone und ist ein Muss für Vogelfreunde – über 250 Vogelarten rasten und überwintern hier, darunter mehrere Pelikanarten, Flamingos und Kormorane. Ebenso zuhause sind hier Schakale, Wölfe, und Schilfkatzen.

Lenkeran liegt zwischen dem Naturschutzgebiet Qizilagac und dem Hirkan Nationalpark. Die Stadt ist damit ein optimaler Ausgangspunkt, um beide Gebiete zu besuchen. Anschauen sollte man im Zentrum den 30 Meter hohen Leuchtturm und das Khan-Haus – 1913 erbaut und das erste mehrgeschossige Gebäude Lenkerans. Weiter südlich folgt Astara, die Grenzstadt zum Iran. Das historische Museum macht einem mit der weiter östlich beheimateten Kultur der Talis vertraut und mehrere Sandstrände laden hier zum Verweilen ein.

Tipp für Badefreunde

In der Umgebung von Nerimanabad, auf der zum Naturschutzgebiet Qizilagac gehörigen Halbinsel Sara finden sich unberührte, gelbe Sandstrände – einfach ideal zum Ausruhen und Baden. 

Außergewöhnliche Region 

Im Südosten befindet sich im gleichnamigen Gebirge die Talis-Region. Das vom Rest Aserbaidschans abweichende und feuchte Klima begünstigt den Anbau von Südfrüchten, Reis und Tee. Die Bewohner – Nachfahren des westiranischen Stammes der Meder – pflegen bis heute ihre eigene Sprache. Auf keinen Fall verpassen sollte man einen Besuch des Hirkan-Nationalparks. Mit rund 150 verschiedenen Gehölzen zu den artenreichsten Laubwäldern der gemäßigten Zone Europas und Asiens zählend, sind die Hirkanischen Wälder als UNESCO-Weltnaturerbe nominiert. Bäume und Sträucher überlebten im Gegensatz zu den Beständen im Mittelmeerraum fast gänzlich unbeschadet die Eiszeiten der letzten zwei Millionen Jahre. Entsprechend groß ist die Anzahl der Gehölzarten, die sich nur noch hier vorfinden lassen. Ein Wahrzeichen des Parks ist der sogenannte Eisenholzbaum. Seine Besonderheit: Er verfügt über eine so hohe Dichte, dass er im Wasser untergeht. Ausflüge in die Bergwelt der Talis-Region unternimmt man am besten von Yardimli aus. In der Nähe befinden sich auch die eindrucksvollen Wasserfälle gleichen Namens und die Ortschaft Pirembel. Legendär wegen dem im 8.Jahrhundert eingewanderten Heiligen Seyid Mir Qivas Aga, der als ein Nachfahre des Propheten Mohammed gilt. 

Tipp für Entspannung suchende 

Das Sanatorium des Kurorts Isti-Su ist berühmt für seine heißen Mineralheilbäder. Kombiniert mit Massagen und der klaren Bergluft kann man so garantiert erholsame Tage erleben.